Epiphanie (=Erscheinung des Herrn) - das Gesetz der Wüste

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Drei Könige (c) www.pixabay.com
Drei Könige
So., 7. Jan. 2018
Karmel Aachen
Die Männer, denen die Stunde der großen Freiheit im Stall zu Bethlehem schlug, hatten die Wüste bestanden. Die äußere Wüste der Einsamkeit, der verlassenen Heimat, der geopferten Bindungen, der eintönigen und zähen Wanderschaft.

Und die innere Wüste der sternlosen Zeit, der Frage, des Zweifels, der Bangigkeit und Sorge.

Die Wüste gehört dazu. Die menschliche Freiheit ist ein Ergebnis der Befreiung, eines zähen Aufstiegs in einer feindseligen Wand. Kinder können vor der Krippe knien und es gilt. Der Erwachsene aber muss sich die Echtheit der Worte und Gebärden neu erkämpfen oder erdulden, immer neu. Das gilt für die Freiheit in jedem echten Sinn.

Die Wüste gehört dazu. Auch die physische Wüste. Alle die wirklich Großen haben die Einsamkeit und die Einöde bestanden; und die großen Urfragen, die dort den ausgesetzten Menschen sich stellen.

Aber sie ist nicht das Erste und nicht das Letzte, die Wüste. Die Stunde der Freiheit ist die Stunde der Begegnung. Und es ist nicht so, dass ein suchender Gott auf einen wegmüden Menschenwanderer wartet. Sie sind beide unterwegs aufeinander zu.

( Alfred Delp, In Freiheit und in Fesseln)