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Du, Gott, und dein Jesus

Du, Gott, und dein Jesus (c) cc
Du, Gott, und dein Jesus
Fr 30. Dez 2016
Wäre ich Drehbuchautor und Filmregisseur, ich würde einmal, so anschaulich wie nur möglich, folgende Situation in Szene setzen:

Eine Geburtstagsfeier findet statt. Viele Gäste sind gekommen. Der Saal ist geschmückt und mit Kerzen erleuchtet. Zu Herzen gehende Musik erklingt. Ein Redner ergreift das Wort. Er nennt kurz den Anlass der Feier, dann spricht er, auf anrührenden Tonfall bedacht, von der Sehnsucht nach Liebe und Frieden. Nicht allen Menschen in der Welt, sagt er, sei es vergönnt, an diesem Abend ein Zuhause zu haben. Die Gäste überreichen mitgebrachte Geschenke. Einander, nicht dem, der Geburtstag hat. Der steht abseits im Saal. Allein (Anweisung an den Kameramann: Kurz hinüberschwenken) Einige Anwesende werden im Laufe des Abends die Gelegenheit nutzen, ihn um verschiedene Hilfeleistungen zu bitten; ansonsten und im Allgemeinen nimmt man von ihm nicht Notiz ...

Die Situation scheint erfunden. In der Realität unserer Geburtstagsfeiern dürfte dieses groteske Szenario kaum eine Vorlage haben. Doch sie ist nicht erfunden. Sie wiederholt sich Jahr für Jahr: an Weihnachten, am "Hochfest der Geburt des Herrn".

Reinhard Körner